Freitag, 28. Februar 2014

70. Geburtstag

Viele kennen meine Spontaneität. Und so war es auch diesmal mit meiner Reise ins


Zauberhafte Kathmandu-Tal

Vom Gedankenblitz bis zur Buchung verging gerade einmal eine Stunde.


11. Mai Dienstag

Frankfurt Flughafen, Check In, Tasche auf Laufband, Reisepaß, Flugticket hingegeben. ER stellte an mich die Frage: "Feuerzeug oder Streichhölzer im Gepäck". Keck wie ich bin, antworte: "Nein, ich bin Nichtraucher."Oh doch, ich habe ein Feuerzeug." ER wieder: "Bitte herausholen". Oh Schreck, Gott sei Dank, ich weiß genau, in welcher Seitentasche das Feuerzeug verstaut  ist. Der Reißverschluß klemmt, ich werde immer nervöser, hinter mir die Schlange. Ich gebe ihm das hervorgekramte 1 Euro-Feuerzeug. ER will es nicht.
Meine Aufregung, kurz vorm Herzinfarkt, steigt - die Streichhölzer, die Streichhölzer, die sind mitten, mitten  im Gepäck. Ein Durchwühlen -  weiß nicht mehr genau an welcher Stelle sie sind - will ich der wartenden "Schlange" nicht antun und peinlich ist es mir auch. Ausgerechnet mir muß das passieren, wo ich meine, "flugerprobt" zu sein. Resümee, Streichhölzer bleiben im Gepäck. Ich weiß, "gefährliche Gegenstände" gehören in das Hauptgepäck. Aber Feuerzeug und Streichhölzer, die hatte ich doch immer, bis jetzt auf jeder Reise im Hauptgepäck, denn die gehörten einfach zum Klopapier. Seit Jahren schon, roter Plastikbeutel, Klopapier, Feuerzeug und Streichhölzer und diese "Utensilien" bleiben immer in der Tasche bis zur nächsten Reise. Als Trekkingreisende ist es  selbstverständlich, daß man hinterher das "Papier" abfackelt.Warum es diesmal anders ist, muß ich wohl überlesen haben.

 "Guten Flug" und der Nächste bitte.

Und nun folgt gedanklich Plan B her: Nämlich, wenn das Gepäck am Zielort nicht ankommt, wie ER prophezeit, wenn Streichhölzer gefunden werden, bleibt das Gepäck am "Boden".  Also Geld hatte ich genug und für die ersten 2 Tage würde ich auch über die Runden kommen - und dann schau`n wir mal.

Ich wurde ruhiger. Die erste Hürde ist überwunden - und nun das Handgepäck. Rucksack, Umhängetasche, Gürtel, Schal, Armbanduhr, Fotoausrüstung in Körbe und aufs Band. Am anderen Ende öffnet ein Zollbeamte sorgfältig meinen Rucksack, fand nix und hier: Erobernd hält er eine Flasche 200 ml Sonnenmilch in der Hand. Schitt auch, drinnen waren gewiß weniger als 100 ml - Überreste meiner letzten Reise. Aber naja, sie tun ja ihre Pflicht und auf Diskussionen will ich mich nicht einlassen.. Die Sonnenmilch wird konfisziert. Nun der nächste Schritt: Durch den "Bogen" zum "Körperscannen".  Ich piepste von oben bis unten: Abgetastet, Fuß rechts, Fuß links heben, hinsetzen, Schuhe ausziehen, in Korb packen und durchleuchten. War natürlich nix. Schuhe wieder an und weiter.


Es ist kaum zu fassen, nun sitze ich im Flieger  von FFM nach Abu Dhabi und habe einen Fensterplatz auf der linken Seite, wie von Hauser empfohlen, eingenommen. Fernweh und Vorfreude machen in mir Platz und ich genieße den Flug mit Etihad. Eine Fluggesellschaft mit "Klasse": Fußstützen für meine kurzen Beine und ein Service - Luxus pur.

Zwischenzeitlich ist auch nach unserer Zeit der

12. Mai Mittwoch

herangerückt .... in den Wolken, grenzenlose Freiheit, was für ein Tag. Richtig habe ich es gemacht, allem zu entfliehen. Pünktliche Landung in Abu Dhabi. Supermodern, superreich, super klimatisiert, tut schon weh, multikulti und 3 Stunden Aufenthalt. Macht nix, 8 von 12 Mitreisenden haben sich gefunden und beschnuppert.

Scharfe Kontrolle beim Weiterflug von Abu Dhabi nach Kathmandu.Wieder ein toller, neuer Flieger und auch diesmal 2 Sitze für mich auf der linken Seite.

Die Nacht läuft schnell, weil ich ein bißchen schlafen kann.

Und nun kommt beim Landeanflug die "linke Seite" zum Tragen, nämlich der Blick auf die umwerfende, berauschende Himalayakette.

Nachmittags ca. 16.00 Uhr Ortszeit, bei strahlendem, fast klarem Wetter. Unvergeßlich. Die Paß- und Visaformalitäten nehmen viel Zeit in Anspruch. Hier ein Stempel, dort ein Stempel, dann wieder ein Blick in den Computer. Aber letztendlich ist alles geschafft. .... und nun beginnt das Bangen um mein Gepäck - ist es oder ist es nicht. Das Gepäck-Laufband dreht langsam rappelnd seine Runden. Nix. Also doch Plan B. Da kam die Erlösung. Weil die Abfertigung für uns Ausländer so lange dauerte, hat man unser Gepäck an die Seite gestellt und Erleichterung, meine Tasche ist dabei. Da bin ich aber froh.

Gleich erkenne ich unseren Reiseleiter. Freundlich lächelnd nimmt er uns in Empfang und am Auto angekommenbekommen wir eine bunte Blumenkette umgehängt.

Die Fahrt bis zum Hotel ist nicht lang. Der Verkehr ist total chaotisch. Motorräder, Mopeds, Fahrräder in der Mitte, rechts, links die Autos. Diese Blechkarawana bewegt sich in beide Richtungen und jeder hupt so laut er kann. Ein ohrenbetäubender Lärm - für unsere Ohren ungewohnt.

Hotel Marshyangadi mitten in der Altstadt..

Ich versuche in zwei Stunden bis zum Treffen im Hotelfoyer, in dieser anderen Welt anzukommen. Noch kurz Geld gewechselt und um 19.30 Uhr tauchen wir in die engen Gassen Kathmandus ein.

Ab nun, lasse ich mich fallen in die fremde Kultur. Dazu gehören auch ein paar simple Verhaltensmaßnahmen. Niemals Wasser zum Zähneputzen aus dem Hahn verwenden, Obst immer schälen, kein Eis, auch nicht in Getränken, kein Salat etc.


19.30 Uhr Treff im Foyer. Ein nettes Häuflein von 12 People versuchen sich in den engen, mit lebhaften Treiben in den Gassen, nicht aus den Augen zu verlieren. Der Fußweg ist nicht  lang, ca. 10 Minuten. Ein Tisch ist für uns reserviert und es wird nun lebhaft diskutiert, welches Menü bestellt werden soll. Bei den Getränken sind wir uns sofort einig. 1 Bier: "Everest". Ich entschied mich für Momos: Teigtaschen mit Füllung - vegetarisch. In diesem Restaurant ist die Exotik noch nicht zu spüren.

Der Besitzer ist ein Franzose und aus dem Lautsprecher "plärrt" Musi von Elvis etc. Nicht meine Welt, aber die meisten Touris mögen das, wird mir gesagt. Ich wünschte mir nämlich einheimische Musik - die leider nicht vorhanden ist.

Wir sind mit unserem Essen sehr zufrieden. Allmählich wird es dunkel und etwas kühler. Tut gut nach der Hitze des Tages. An 35° bis 40°muß ich mich erst gewöhnen. Wir fangen an zu erzählen. Der orthopädische Chirurg aus Sachsen hat schon des öfteren als Arzt Expeditionen auf die höchsten Berge der Welt begleitet. Da diese Hauser-Reise, "Nepal für Einsteiger", deklariert ist, wollte er seiner Frau mit dieser Reise seine Welt näher bringen.

Von den 12 Mitreisenden waren 5 schon einmal in diesem Land - sprich man ist der Faszination einfach ausgeliefert und kommt immer wieder.

Plötzlich, im Hintergrund, Geburtstagslied gesungen, kommt näher und - ich bin total überrascht - eine Torte mit 7 Kerzen wird mir überreicht. Ich suche nach Worten, finde wohl keine und mach` es auf meine Art - eine Umarmung und ein gestammeltes Danke.


Die Überraschung ist gelungen - und ich werde diesen Geburtstag bestimmt immer im Gedächtnis behalten. Einmalig.

Kurz vor 22.00 Uhr, es geht heimwärts, die Läden schließen gleich und ich brauch noch Sonnenmilch - die wurde mir ja in Frankfurt abgenommen - denn morgen geht es in die Berge, ca. 2000 m und Sonne pur.

Am Hotel angekommen, Bohla schnappt sein Motorrad und mich hinten drauf und ab geht es durch die engen Gassen - bis wir das Gewünschte finden. Ich hab noch nie auf so einem Ding gesessen und ich finde es aufregend durch das Gewühl in der weichen Abendkühle zu fahren.

Tief beeindruckt und sehr dankbar falle ich in mein Bett und schlafe auch gleich ein.

Ich werde immer wieder gefragt, warum Nepal, wo du doch dein Herz an Afrika verschenkt hast. Stimmt. Ich weiß es einfach nicht. Ist es die Harmonie zwischen Geist und Seele, verbunden mit der in die Tiefe gehenden Musik - woraus man die große Spiritualität und das "Eins" sein mit der Natur, spürt - oder aber alles zusammen.

Es gibt nicht viele Länder, in denen die Sinne dermaßen betört werden wie im Hindureich Nepal. Betört durch die sanftmütigen, toleranten, warmherzigen, immer zu einem Lächeln aufgelegten  Bewohner.

13. Mai Donnerstag 

Nach dem Frühstück Continental" wird unser Gepäck auf dem Dach eines Kleinbusses verstaut. Es ist schon sehr heiß, morgens um 09.30 Uhr. Ich nehme Platz neben dem Fahrer und das "Abenteuer" Verkehr beginnt. Blech an Blech, Hupkonzert ohrenbetäubend, Fahrräder, Mopeds, Motorräder in der Mitte, umfallen kann keiner, dicht an dicht und im Schrittempo schlängelt sich der Fahrer gewandt durch das Chaos.

Unser Ziel im Nordosten von Kathmandu ist der große Stupa von Bodnath. Bodnath liegt im Nordosten von Kathmandu, in ca. 6 km Entfernung. Unser Auto stellen wir in einer Nebenstraße ab und nun müssen wir als Fußgänger versuchen, die Straße zu überqueren. Wir warten, bis es alle geschafft haben. Und nun tauche ich in die "andere" Welt ein mit allen meinen Sinnen.










Dieser jahrhundertealte Stupa war schon lange einer der Hauptpilgerorte im Kathmandutal und heute noch kommen Pilger aus ganz Nepal und aus Tibet hierher. Und für mich ist dieser Ort einer der zauberhaftesten Ort im Kathmandutal. Wir befinden uns mitten in "Klein Tibet". Von morgens bis abends umkreisen junge und alte Pilger den fast 40 m hohen Stupa Unablässig murmeln sie das "Manta (Gebetsformel) "Om mani padme hum". Die im Sockel der Stupa eingelassenen Gebetsmühlen drehen sie dabei ohne Pause. Und rund dieses Bauwerk befinden sich Dutzende von Läden, die nepalesische und tibetische Souvenirs anbieten.Auf diesem Fotos gegenüber dem Stupa befindet sich eine Thanka Schule. Thankas sind religiöse Malereien des lamaistischen Buddhismus. Diese Kustform der Malerei hat eine durchgehende und bis heute lebendige Tradition. Der Ursprung liegt weit über 1000 Jahre zurück. Für mich eine Zeitreise in die Vergangenheit.Interessiert und aufmerksam beobachte ich die Schüler, die hingebungsvoll im Schneidersitz sitzend, meditativ und spirituell mit feinen Pinselstrichen Kostbarkeiten malen. Ich zögere nicht lange und laß mir Mandalas zeigen. Zu meiner Ikonensammlung wird nun noch das "Rad des Lebens" dazukommen.

Wir sitzen wieder in unserem Bus und es geht weiter nach Bhaktapur.

Heute geht es weiter. Ich habe mit meinen beiden Digi-Cameras gearbeitet und ich muß gestehen,wenn ich meine Aufzeichnungen nicht gehabt hätte, wäre ich mit den Fotos ganz schön ins Schleudern gekommen. Denn bevor wir Bhaktapur erreichten, sind wir in Pashupatinath gewesen.Pashupatinath habe ich als "gruselig", jedoch faszinierend gefunden. Nun auf meiner zweiten Reise sehe ich diese Verbrennungsstelle mit ganz anderen Augen. Ich habe die Kultur "angenommen" und die Verbrennungen gehören dazu.




An einem Ufer liegen der Pashupatinath-Tempel und die Verbrennungsstätten. Dieser Ort ist für die meisten Gläubigen mit den "letzten Riten" von besonderer Bedeutung und erstrebenswert, seine Leiche hier verbrennen zu lassen. Es wird ein Scheiterhaufen errichtet. Vor der Verbrennung bespritzt man die Leiche mit dem Waser des heiligen Flusses oder wäscht die Füße im Wasser. Wasser kann man es nicht nennen, es ist eine dreckige und stinkende Kloake. Alle Abwässer werden hier eingeleitet. Die Affen die hier ihr Bad nehmen, erkranken. Die Leiche wird nach der Waschung mit feuchtem Stroh bedeckt. Wenn es sich die Familie leisten kann, verwendet man zur Verbrennung neben normalem Holz zusätzlich das kostbare, duftende Sandelholz. Der älteste Sohn älteste Tochter oder Prister umschreitent dann den Scheiterhaufen fünfmal im Uhrzeigersinn, die heilige Zahl 5 der Hindus für die fünf Elemente Erde, Wasser, Feuer, Wind und den Äther. Danach wird mit einem mit Butter getränkten Strohbüschel der Scheiterhaufen angebrannt. Nach etwa vier Stunden ist die Leiche zur Asche verbrannt und wird in den Fluß geschüttet.


Hier noch ein schöner Blick - leider etwas diesig - über das Tal bis hin zum großen Stupa.

Die Fahrt geht weiter, heiß, heiß ist es im Bus. Die geöffneten Fenster sorgen ein wenig für Abkühlung durch den Fahrtwind. So allmählich läßt der explodierende Autoverkehr der Stadt nach und wir fahren auf der einzigen Transitstraße, die nach China/Tibet führt, nach Bhaktapuer. Links und rechts neben der "Hauptstraße" wird es ländlich. Es ist Erntezeit, wir halten an, steigen aus und erstaunt, verwundert beobachte ich das Treiben. Keine Landmaschinen übernehmen die harte Arbeit, nein, wie früher bei uns - es ist Handarbeit. Es erinnert mich an alte Gemälde und an fröhliche Landarbeit.


Erwartungsfroh steige ich aus dem Auto auf dem Parkplatz in Bhaktapur aus. Es soll das schönste Städtchen der Welt sein. Bhaktapur heißt auch Bhadgaon, Reisdorf. Die über 60.000 Einwohner sind überwiegend Newar-Bauern.





In den achtziger Jahren ist dieses Juwel im Rahmen eines deutsch-nepalischen Stadtsanierungsprojektes restauriert worden Und zur Finanzierung neuer Restaurierungen erhebt Bhaktapur (Weltkulturerbe) eine sinnvoll eingesetzte Eintrittsgebühr.
Die Stadt ist fast autofrei und bietet dadurch eine einzigartige Atmosphäre und ich schwelge im Rausch des Wiedererkennes dieser so fremdländischen, geheimnisvollen und einzigartigen Stadt. Ich bewundere die Tempel und Pagoden mit den bemalten Holzschnitzereien und der steinernen Schutztieren. Die Häuserzeilen haben kunstvoll geschnitzte Fensterrahmen. Hier, in dieser "Kulisse" machen wir Mittag. Auch auf meiner ersten Reise verweilten wir hier und wieder genieße ich den Zauber der Musik, die man im Hintergrund hörte. Die etwas müden Füße können ausruhen.

 

Hier nun ist Neuland für mich. Wir bummeln durch die Töpfergasse und durch die Gassen mit den Vorratsspeichern. Auch hier wieder "Handarbeit". Man kann es Idylle nennen, ist aber harte Arbeit und eine sehr staubige Angelegenheit. Um 17.00 Uhr geht es in Serpentinen nach Nargarkot in 2.165 m Höhe. Nagarkot ist für seine wunderschönen Sonnenauf- und Sonnenuntergänge bekannt. Alle Zimmer des Hotels haben Panoramablick und ich atme auf meiner Terrasse, Zimmer 405, die frische Bergluftauf ca. auf 2.100 m Höhe, ein. Ich kann es kaum in Worte fassen.Ich bin überwältigt - ich kann den Klang der Stille hören, die Romanze mit der Schönheit der Natur erleben und vollends der Hektik entfliehen und Geist und Seele können entspannen. So berauscht genieße ich das Abendbuffet, wie immer mit einem "Everest" - einem kühles Bier. Na, und wie wird das Wetter morgen früh, gibt es den grandiosen Sonnenaufgang? Es sieht gut aus, aber entscheiden kann man erst morgen früh. Bei klarem Wetter werden wir 05.00 Uhr geweckt. Ich stelle meinen Wecker und war natürlich vor der Zeit wach 14. Mai Freitag ... und nun klingelt auch das Telefon. Als Erste betrete ich die große Terrasse, positioniere mein Einbeinstativ, richtige Stelle und richtige Höhe. So allmählich trudeln die anderen ein, noch verschlafen und wir warten bis es 05.37 Uhr wird. ... und dann, kaum faßbar, die Welt der höchsten Berge eingetaucht in ein unwirkliches Rot, die Sonne schiebt sich zwischen den 6 - 7.000 durch, die schneebedeckten Berge werden angestrahlt - umwerfend. Klicker auf allen Digis. Für dieses Schauspiel hatte ich mein Stativ gekauft war auch vorbereitet und hatte auf "Serienbildmodus" gestellt, war geübt darin und trotzdem hat nix geklappt. Nächsten Morgen, leider diesiges Wetter, habe ich den Sonnenaufgang mit der kleinen Digi nachgeholt.Solche "Patzer" werden noch öfter passieren. C`est la vie.



Heute, nach dem Frühstücksbuffet, geht die erste Wanderung um 09.30 los. Es sind schon 35° Grad. Im nächsten Dorf decken wir uns mit Wasserflaschen ein. Alles muß in den Rucksack. Zuerst geht es ein wenig bergab und ich lege meinen schnellen Andygang an den Tag. Ich mag gern vorweg gehen, da kann ich so schön meinen Gedanken nachhängen.



Wie sehr freue ich mich über die Schule und die fröhlichen Schulkinder. Sie sind allerliebst in ihrer Schuluniform. Leider haben nicht alle Kinder das Glück eine Schule besuchen zu dürfen/können. Es gibt in Nepal über 1.000 Hilfsorganisationen und es tut sich viel, aber noch nicht genug. Weiter geht es. Ich schnuffel schon, die Käserei ist nicht mehr weit. Wir treten ein und werden freundlich begrüßt. Diese Produktion ist nur zur Herstellung für Süßigkeiten gedacht.


Mehr gibt dieser kleine Betrieb nicht her. Im Dorf ist Waschtag und ist die einzige Wasserquelle. Hier werden wir von den Kindern neugierig bestaunt, oft kommen Fremde nicht vorbei.




Tiere gib es natürlich auch. Es geht nun sehr bergauf, ich werde langsamer, die Hitze, der schwere Rucksack, meine Puste läßt  nach. Die Krankenstation hat eine Deutsche gesponsert, die seit 15 Jahren in Nepal wohnt. Klar, daß ich rein mußte und ein kleiner "Obolus" in die Spendenbüchse wanderte.

Es wird heiß und heißer und immer steiler. Ich mobilisiere meine letzten Kräfte. Am Ort der "Begierde" angekommen,lege ich mich flach auf den Boden und bin für die nächste halbe Stunde nicht ansprechbar. Ein kalte Cola wird mir gereicht und allmählich kommt wieder Leben in meinen Körper und ich stärke mich mit einer Hühnersuppe. Sie hat allen geschmeckt. Nun nochmals 1.1/2 Stunden zurück. Fast wie tot falle ich auf mein Bett. Es ist 17.00 Uhr. Zwei Stunden biszum Abendbuffet.

15. Mai Sonnabend

Heute nun soll die zweite, noch längere, Wanderung stattfinden. Im Vorfeld sprach ich mit Hauser/München, ob eine Gelegenheit bestünde, wenn ich diese Wanderung nicht schaffen würde, mit dem Gepäck transportiert werden könnte. Wenn nein, hätte ich diese Reise nicht angetreten. Ich verabschiede mich von den Wanderern- und bleibe zurück. Zu um 09.00 Uhr habe ich mich für eine Himalaya-Massage angemeldet. Eine halbe Stunde für die müden, alten Knochen - oh wie tut das gut. 10.00 Uhr steht Auto vor der Tür, Gepäck ist schon aufgeladen, nur ich fehle noch. In letzter Minute hat sich die zweite olle Tante für die Gepäckfahrt entschieden. Also sind wir zu zweit. So wie wir rauf, müssen wir auch wieder runter - nämlich in Serpentinen und steil ab - wieder die Transitstraße von Nepal nach China/Tibet. Landschaftlich wunderschön, Terrassenfelder, mit kleinen Dörfern. Dhulikel erreichen wir in ca. 1.1/2stündiger Fahrt. Wir checken ein.Ich bewundere das große Hotelzimmer im victorianischen Stil - es hat mal bessere Zeiten gesehen. Es klopft, es wird Tee gereicht. Eine nette Geste. Ich nehme ihn mit auf den Balkon und lasse mein Blick über die Bergkette mit den Terrassenfeldern schweifen. Ich genieße und lege meine Beine hoch und warte auf die Wanderer. 15.00 Uhr konnten auch sie die Zimmer beziehen. Bis 18.00 Uhr durften sie sich erholen. Dhulikhel ist ein verträumtes Newar-Städtchen. Von dem vormals wichtigen Handelsplatz zeugen heute noch die schönen Schnitzereien an den Häusern, die leider an vielen Stellen dem Verfall ausgesetzt sind. Die alte Kunst des Newarholzschnitzens wird in zwei idyllischen Dörfern nahe Dhulikhels gepflegt. Ohne Worte. In Nepal solll es mehr Götter als Menschen geben, über 3.000.000, unvorstellbar.Hier in Dhulikhel spüre ich die Götter bei jedem Schritt. Die kleinen und großen Tempel legen Zeugnis davon ab. Wir gehen heimwärts. Dankbar und innenhaltend verabschiede ich mich von dieser schönen Bergwelt und genieße noch einmal den traumhaften Sonnenuntergang. Der Abendspaziergang hat hungrig gemacht. Das Buffet ist im Garten angerichtet.Es sieht lecker aus. Ich versuche alles zu probieren - aussichtslos. Nach dem "Everest" Koffer packen und dann ab in die Heia. Morgen geht es über Patan zurück nach Kathmandu.

16. Mai Sonntag

Nach dem Frühstück bringt uns der Bus nach Patan.
Eine gewisse Wehmütigkeit überkommt mich. Der letzte Tag in Nepal.
Ich spüre es mit all meinen Sinnen, ein Flair liegt über dem Kathmandutal, in dem Religion mit großer Intensität täglich neu gelebt wird.


Die drei Königsstädte, Kathmandu, Bhaktapur und Patan mit seinen Tausenden von Heiligtümern zeugen davon und sind ein einzigartiges, lebendiges Kunstmuseum. Und auch für die Nepalis ist das Land eine einzige Bühne, auf der mehr Feste veranstaltet werden, als das Jahr Kalendertage hat, wo das Leben - für uns unvorstellbar - noch weitgehend vor und nicht isoliert in den Häusern stattfindet. Einsamkeit ist für Nepalis unvorstellbar. Gemeinschaftsleben und Großfamilie sind die Norm, auch wenn sie noch so abgeschieden leben.
Wie in allen drei Königstädten bildet der königliche Palast, Durbar, dem Durbar Square den Mittelpunkt, so auch in Patan.
Die überwiegend buddhistisch geprägte Stadt erlebte unter den Mallas, genauer gesagt in der Zeit vom 16. bis 18. Jahrhundert, einen wahren Bauboom. Mit mehr als 136 erfaßten bahals (eine Art Hof/Innenhof) und 55 großen Tempeln, kann Patan, die Schöne, als Wiege der Kunst und Architektur im Kathmandu-Tal bezeichnet werden.



Der rechteckige Platz unterteilt Patan in vier Einheiten, die sich am Durbar Square, dem Königspalast treffen.

..... alt, älter - zwei Welten.

Ich hab`soooo viele Fotos "geschossen" Bei meinem zweiten Besuch sehen meine Augen ganz anders, denn vieles hatte ich ja schon "fotografisch" festgehalten. Ich versuche durch meine Fotos, meine Eindrücke und Gefühle für dieses Land ein wenig näher zu bringen.


Wasser kommt nicht überall aus dem Hahn. Es ist schon eine große Errungenschaft, eine Wasserstelle in der Nähe zu haben. 




Eine Hochzeit mit Musikkapelle und alle feiern mit. 

..... und ein paar Schritte weiter ... 

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.. Gottheit und heilig ... Das muß ich "ertragen" - es fällt mir schwer, sehr schwer.


Nun geht es weiter und zurück nach Kathmandu.

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